Teerpappe entsorgen

Teerhaltige Dachpappe ist gefährlicher Abfall (AVV 17 03 01* / 17 03 03*). Wir holen sie in Berlin und Brandenburg getrennt ab und vermischen sie nicht mit teerfreiem Material.

Teerpappe entsorgen in Berlin – getrennt, nicht gemischt

Teerpappe ist kein gewöhnlicher Bauabfall. Der enthaltene Steinkohlenteer bringt polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) mit – deshalb ist teerhaltige Dachpappe als gefährlicher Abfall eingestuft und muss getrennt erfasst, transportiert und behandelt werden.

In der Praxis scheitert das oft an einer einfachen Sache: Auf der Baustelle landet alles im selben Haufen. Sobald teerhaltiges Material mit teerfreiem vermischt ist, gilt die gesamte Menge als teerhaltig – und Sie zahlen den höheren Satz für die komplette Ladung.

Wo Teerpappe verbaut wurde

Steinkohlenteer war bis Anfang der 1970er Jahre das übliche Bindemittel für Dachbahnen. Danach wurde er durch Bitumen ersetzt. Wenn Ihr Gebäude aus dieser Zeit stammt und das Dach seitdem nicht komplett saniert wurde, ist Teer wahrscheinlich.

Typische Fundorte

  • Flachdächer auf Gebäuden bis Baujahr 1970
  • Garagendächer und Nebengebäude, oft nie saniert
  • Kellerabdichtungen und Sperrbahnen im Fundamentbereich
  • Unter neueren Schichten – häufig wurde einfach überdeckt statt abgerissen

Der letzte Punkt ist der häufigste Grund für böse Überraschungen: Oben liegt eine moderne Bitumenbahn, darunter kommt beim Abriss die alte Teerpappe zum Vorschein.

Warum die Vermischung teuer wird

Abfallrechtlich gilt: Was vermischt ist, wird nach dem gefährlicheren Bestandteil eingestuft. Ein Container mit 90 % teerfreiem Material und 10 % Teerpappe wird komplett als gefährlicher Abfall abgerechnet.

Deshalb trennen wir schon beim Verladen. Wenn beim Abriss beide Materialien anfallen, stellen wir zwei getrennte Bereiche – das kostet uns eine halbe Stunde mehr und Ihnen spart es oft einen erheblichen Betrag.

Sicherer Umgang beim Abriss

Häufige Fragen zu Teerpappe

Ja. Teerhaltige Dachbahnen werden nach der Abfallverzeichnis-Verordnung unter 17 03 01* (Bitumengemische, die Kohlenteer enthalten) beziehungsweise 17 03 03* (Kohlenteer und teerhaltige Produkte) geführt. Das Sternchen kennzeichnet gefährlichen Abfall. Teerfreie Bitumenbahnen fallen dagegen unter 17 03 02 und sind nicht gefährlich.
Das Bindemittel. Teerpappe enthält Steinkohlenteer, ein Nebenprodukt der Kokserzeugung mit hohem PAK-Gehalt. Bitumenpappe enthält Bitumen, ein Erdölprodukt. Optisch sind beide schwarz und ähnlich aufgebaut – unterscheiden lassen sie sich vor allem über das Baujahr und den Geruch.
Für den privaten Eigentümer gibt es kein Verbot, aber schützen Sie sich: Handschuhe, langärmelige Kleidung und bei staubigen Arbeiten eine Atemschutzmaske. Nicht brennen, nicht mit dem Winkelschleifer trennen. Und vor allem: getrennt lagern, nicht mit Bauschutt mischen.
Teerpappe selbst enthält keinen Asbest – das sind zwei verschiedene Materialien. Verwechslungen entstehen bei bitumengebundenen Wellplatten, die asbestfaserverstärkt sein können. Wenn Sie Wellplatten haben, lassen Sie das vor dem Abriss klären.
Als grober Anhaltspunkt: Eine mehrlagige alte Dachbahn wiegt etwa 4 bis 8 Kilogramm pro Quadratmeter. Bei 100 m² Garagendach sind das schnell 400 bis 800 Kilogramm – bei mehreren übereinander liegenden Schichten entsprechend mehr.

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